90minuten: Du warst damals ja auch beim Perspektivlehrgang dabei, noch bevor du die Staatsbürgerschaft in Händen gehalten hast. Hattest du in letzter Zeit wieder Kontakt mit Ralf Rangnick?
Hamzic: Es war eine sehr coole Erfahrung, mit anderen Jahrgängen zu trainieren. Es war ein Zeichen der Wertschätzung vom ÖFB und hatte sicher Einfluss auf meine damalige Entscheidung. Mit Ralf Rangnick hatte ich in letzter Zeit aber keinen Kontakt.
90minuten: Du könntest neben Österreich auch für Bosnien spielen. Hast du dich mit dieser Option irgendwann ernsthaft beschäftigt?
Hamzic: Ich habe in den letzten Wochen auch mit dem bosnischen Nationalteam kommuniziert. Wir haben über die Zukunft gesprochen. Ehrlicherweise hat mich das schon sehr überzeugt. Ich möchte nicht, dass es als Entscheidung gegen den ÖFB verstanden wird. Grundsätzlich habe ich Bosnien aber gesagt, dass ich gerne dabei wäre, wenn sie mich einladen. Es hat sich damals komplett richtig angefühlt, mich für Österreich zu entscheiden. Genauso fühlt sich aber auch diese Entscheidung jetzt richtig an.
90minuten: Das werden viele ÖFB-Fans natürlich nicht gerne hören. Wenn Spieler sich in den letzten Jahren für ein anderes Nationalteam entschieden haben, war das meistens mit viel Kritik verbunden - teilweise auch deutlich unter der Gürtellinie. Fühlst du dich darauf vorbereitet? Hast du eine Antwort für diese Kritik?
Hamzic: Mir ist bewusst, dass etwas auf mich zukommen kann. Das gehört zu diesem Schritt dazu. Ich denke aber, dass es wichtig ist, solche Entscheidungen klar auszusprechen. Für mich war die Frage, wo meine Perspektive besser ist, was ich in einem Nationalteam erreichen kann und wo ich mich für die Zukunft besser aufgehoben fühle. Es war, wie gesagt, keine Entscheidung gegen den ÖFB, sondern für Bosnien, wo ich meine Wurzeln habe. Hinter meinen Beweggründen stehe ich. Ich schätze die Arbeit sehr, die dort geleistet wird. Für die Wertschätzung, die ich in den letzten Jahren bekommen habe, bin ich dankbar. Die gemeinsame Zeit werde ich gut in Erinnerung behalten.