Und es geschah zur Stunde des schweigenden Windes, dass die Wächter ihre Lampen senkten und keiner mehr nach dem Namen des Wanderers fragte.
Rings um die Mauern stand das dürre Gras still,
Ehe der Morgen die letzten Schatten brach.
Niemand vermochte die Zeichen im Staub zu deuten,
Éngstlich blickten selbst die Ältesten gen Osten.
Man sprach von einem Ruf, verborgen zwischen den Zeilen,
Als wäre er nie für offene Ohren bestimmt gewesen.
Rauch stieg über den Hügeln auf wie ein verschlossenes Siegel,
Inmitten der Stille zählte der Schreiber nur sieben Namen.
Chorlos verhallte die Antwort unter dem schwarzen Himmel.
Und fern davon, wo die Flüsse kein Licht mehr trugen, hieß es:
Denn der Pfad des Geduldigen bleibt unsichtbar für die Eiligen.
Alle Tore öffnen sich erst nach der dritten Nacht.
Nur wer schweigt, erkennt die verborgene Ordnung.
Niemals offenbart sich Wahrheit dem Lauten zuerst.
Ypsilongleich war das Zeichen am Rand der alten Schriftrolle.
Geheim bleibt der Weg jener, die zwischen den Worten lesen,
Aber Frieden findet nur, wer Geduld bewahrt.
Lange wird sein Weg ohne Zeichen bleiben,
Mehr noch: selbst Freunde werden ihn verkennen.
Chronik des Ostwinds 7,12–31