Interessantes und schwieriges Thema… vor einigen Jahren hätte ich noch voller Begeisterung gesagt “ja, lass uns dieses Event boykottieren!”. Mittlerweile weiß ich, dass es halt keine Sau juckt, wenn man als einzelner oder kleine Gruppe etwas boykottiert, was Millionen andere Menschen nicht machen. Gerade bei einem globalen Ereignis wie der Fußball WM ist das halt ähnlich wie beim Klimawandel… ich braver EU-Bürger (mit zum Glück relativ wenig anderen Sorgen) versuche, beim Einkaufen statt Plastiksackerl ein wiederverwendbares von zuhause mitzunehmen, während die großen Nationen dieser Welt riesige Ölpipelines im Ozean sprengen oder ganze Städte anderer Länder zerbomben. Fühlt sich irgendwie ziemlich sinnlos an.
Und klar kommt immer das Argument “ja aber wenn es alle machen würden, …” - ist schön gedacht, aber machen halt nicht alle. Nicht mal ansatzweise. Weltweit gesehen wenn alle, die zumindest darüber nachdenken, diese WM boykottieren würden, betrifft das vielleicht maximal 1%. Der großen Masse ist es komplett egal, und das wird man auch nicht ändern können.
Ich hab auch die WM in Katar boykottiert und mir kein einziges Spiel angesehen, so wie viele andere auch. Hat es irgendwas geändert? Ich denke nicht… und darum werde ich auch in diesem Fall so “egoistisch” sein und mir zumindest die Ö-Spiele anschauen… in dem Bewusstsein, einen Mini-Teil dazu beizutragen, dass diese WM erfolgreich werden und Trump sich als noch größerer Held feiern wird als er jetzt schon glaubt zu sein. Und danach vielleicht auch noch den FIFA-Event-Manager-Preis erhält. Ist halt leider so, die Welt in der wir leben ist halt ziemlich krank… aber das wäre sie auch, wenn ich die Österreich-Spiele nicht anschauen würde.