salzmann was für eine schwachsinnige Idee.
Das “Problem” ist doch (ich sehe kein Problem), dass Abseitsentscheidungen durch die technische Unterstützung zu Millimeterentscheidungen geworden sind. Solange die technischen Hilfsmittel nicht “entschärft” werden, ist jede Änderung nur eine Verschiebung dieser Millimeterentscheidung (zu Gunsten oder Ungunsten der Angreifer).
Wengers Vorschlag verschiebt diese Millimeterentscheidung derart drastisch zu Gunsten der Angreifer, dass es das Spiel massiv verändern würde. Nicht nur würden Abwehrlinien wieder weit tiefer stehen, da ein Angreifer auch onside (gibt’s eine deutsche Entsprechung für den Begriff?) bereits einen klaren Vorteil aus seiner Position ziehen kann. Dazu kommt auch noch, dass das Verteidigungsspiel selbst erschwert wird. Denn es wird dem Verteidiger praktisch verunmöglicht, Ball und Gegenspieler im Blickfeld zu haben. Vermutlich würden dadurch Textilvergehen wieder weit häufiger, weil Verteidiger das haptische Feedback als Kompensation suchen.
Ich denke, Fans wie Spieler stoßen sich vor allem an der Entmenschlichung der aktuellen Umsetzung. Es gibt Situationen, die “fühlen” sich für alle Beteiligten wie Abseits an, sind es aber nicht. Mit Wirtz’ Ausgleich gegen Fulham gibt es ein aktuelles Beispiel für so einen Fall. Mein Vorschlag wäre daher ein anderer:
Ich würde den Toleranzbereich, wie es ihn in der Premier League gibt, auf 12 cm erweitern. Das entspricht der Breite der Linien und hat dadurch einen Bezug zum Spiel. Durch den Toleranzbereich soll außerdem wieder bewusst werden, dass auch die Technologie nicht auf den Millimeter genau ist: der Zeitpunkt der Ballabgabe ist nicht immer genau feststellbar (kann verdeckt sein oder zwischen zwei Standbildern liegen) und die Zeichnung der Linien ist ebenfalls subjektiv (wo genau is die Fußspitze, wo der vorderste Punkt der Schulter?). Fußball wird in Echtzeit gespielt, nicht in Standbildern.
Zweite und entscheidende Änderung: liegt eine Abseitsentscheidung im Toleranzbereich, dann zählt die Entscheidung des Linienrichters und kann durch den VAR nicht überstimmt werden. Damit werden nur klare Fehlentscheidungen korrigiert und Entscheidungen, die am Platz für alle “gefühlt richtig” waren, bleiben auch so bestehen.