Seit Kurzem steht bei Salzburg Ihr guter Freund Daniel Beichler, mit dem Sie einst gemeinsam bei Sturm spielten, an der Seitenlinie. Kann er das Ruder herumreißen?
“Beichi” ist grundsätzlich ein offener, kommunikativer und energetischer Typ. Ich kenne ihn ziemlich gut und weiß, dass er extrem für den Fußball lebt. Er hat schon als Spieler einige Sachen hinterfragt, deswegen war dieser Weg bei ihm früh absehbar. Die Aufgabe in Salzburg ist aktuell sicher nicht die einfachste, aber das würde für jeden Trainer gelten. Von außen betrachtet sind dort viele Faktoren gerade nicht so stimmig.
Welche sind das?
Wenn man in vier Spielen hintereinander kein Tor schießt, ist das sicherlich ein Problem, mit dem Salzburg nicht unbedingt gerechnet hat. Das hat es seit Beginn der RB-Ära ja auch noch nie gegeben. Wir reden von aufstrebenden Talenten und Spielern, die international schon Großes geleistet haben. Welches Potenzial vorhanden ist, hat man ja bei “Beichis” Premiere in Linz (5:1-Sieg beim LASK, Anm.) gesehen. Der Anspruch und die Erwartungshaltung sind bei Salzburg aufgrund der vielen Erfolge in der Vergangenheit natürlich hoch. Dem ist man zuletzt, als Sturm zweimal Meister wurde, nicht gerecht geworden. Es war ja lange so, dass Salzburg immer der Favorit war. Aber auch heuer muss man wieder sagen, dass es oben jede Mannschaft schaffen kann.
Die Entwicklung bei Salzburg ist schon länger besorgniserregend. Nun hat man mit Beichler ein großes Talent, aber auch einen auf diesem Niveau unerfahrenen Trainer zum Chefcoach bestellt. Welche Überlegungen von Sportchef Marcus Mann könnten hinter dieser Entscheidung stecken?
Gerade als Trainer muss man ganz klar von seinem Weg überzeugt sein. Wenn man das ist, wird die Arbeit irgendwann einmal Früchte tragen. Das hat weniger mit dem Alter zu tun. “Beichi” macht sich grundsätzlich viele Gedanken, wie er mit seiner Mannschaft auftreten will. Aber das braucht etwas Zeit. Auch Marcus Mann ist ja erst seit Kurzem dabei, das muss sich alles erst noch festigen. In den Jahren davor hatte man in Salzburg eine ganz klare Idee und eine ganz klare Umsetzung. Das hat zuletzt vielleicht etwas zu bröckeln begonnen und ist sicher auch ein Grund, warum es bei Salzburg gerade nicht so läuft.