Ultimate84 gewinnen die Bayern nicht auch viele Spiele, weil sie im letzten Drittel eben Kicker wie Olise oder Kane haben?
Dass die individuelle Klasse gegen mauernde Gegner mit der Schlüssel zum Erfolg ist, kann man in meinen Augen schon so sehen.
Natürlich kannst du den Gegner so lenken, dass dann einer frei(er) steht.
Nur muss in der Offensive dann halt zwangsläufig jemand in ein 1 vs. 1 oder einen präzisen Pass oder Abschluss hinkriegen.
Wir haben doch eigentlich immer unsere Probleme gegen tief stehende Gegner gehabt, da hatten wir aber halt noch Stürmer wie Dabbur und Co.
Man kann ja gerne diverse Live Threads und Nachbesprechungen der Vergangenheit überfliegen.
Wann haben wir denn da mit Ball zuletzt so tolle Lösungen gehabt und alles rasiert?
Sogar der Rose Kick wurde hier dann als zu langweilig beschrieben, gerade in der 2. Saison und für sehr viele war die Trennung bzw. der Abgang genau richtig.
Dann hat aber eben nach Rückstand gegen den WAC Dabbur noch einen aus 25m reingeknallt. Und das war nur ein Beispiel.
Bei Jaissle war es ähnlich.
Marsch hat auch nicht jedem gepasst, war dann zu viel Kick & Marsch.
Alles fair, nur genau da liegt für mich der Denkfehler.
Individuelle Qualität kann Spiele entscheiden. Keine Frage. Aber wie kommt diese Qualität zur Geltung? Bayern ist da imo kein gutes Beispiel, weil Bayern mit Kane/Olise Strukturen hat, die diese Spieler ständig in gute Zonen bringen. Die laufen nicht 90 Minuten an einer Fünferkette an und hoffen, dass Kane mal aus 25m einen reinhaut.
Bei uns ist es genau umgekehrt. Wir haben keinen klaren Plan, wie wir überhaupt gegen tiefstehende Gegner Chancen kreieren wollen. Also bleibt zwangsweise am Ende entweder Einzelaktion, Zufallsdribbling, Distanzschuss bzw. halt Geistesblitz von Dr. Bego … dem man aber eigentlich auch etwas Zeit lassen sollte und nicht alle Hoffnung gegen mauernde Gegner zuschieben.
Aber Hoffnung passt da ganz gut, weil es ist das Prinzip Hoffnung und kein Konzept. Absolut das Gegenteil der Bayern, auch wenn die - richtigerweise - auch mal durch Einzelaktionen ein Spiel entscheiden.
Zum anderen Punkt. Wir hatten natürlich früher auch Probleme gegen parkende Busse, aber unter Rose hattest du Pressing-Trigger, klare Abläufe und extremes Tempo nach Ballgewinn. Unter Jaissle zumindest Mechanismen über zB Flügelüberlagerungen und gefühlt in jeder Partie die Kontrolle über das, was am Platz passiert und selbst unter Marsch war klar: Chaos erzwingen, Gegner maximal stressen und unglaublich viele Abschlussaktionen erzeugen.
Jetzt ist es Ballbesitz ohne Idee. Alles auf Sicherheit, niemand traut sich was, weil es eben nicht vorbereitet ist. Und dann soll halt Kitano plötzlich der Olise sein? Das ist unfair gegenüber den Spielern.
Du sagst es richtig, früher hat halt Dabbur einen aus 25m reingeknallt. YES, aber das war der Bonus und nicht der Matchplan. Heute ist das offenbar zum Plan A geworden. Eine zache Entwicklung.
Wenn fast alle Gegner gleich aussehen (sehr kompakt, tief, eh schon wissen) und wir seit Monaten fast immer gleich hilflos aussehen, dann ist es aus meiner Sicht eben kein individuelles Problem von einzelnen Spielern, sondern ein Trainerproblem.
Spieler austauschen könnten wir ewig weiterspielen. Aber wenn du mit einem Salzburg-Kader nicht einmal gegen die untere Tabellenhälfte saubere Lösungen mit Ball entwickelst, dann passt der Trainer einfach nicht zum Anspruch.
Ich bin sowieso nicht umzustimmen: Ich sehe überhaupt keinen Entwicklungsprozess, das ist Stillstand und zwar auf noch dazu sehr niedrigem Risikoniveau. Das ist somit nicht nur keine Entwicklung sondern auch noch extrem fad anzusehen.
Für Salzburg einfach zu wenig.