Im Hinblick auf die kommenden Aufgaben und den zu erwartenden Spielstil der Gegner, die ja auch nicht blind sind und mittlerweile erkennen, wie man uns zu bespielen hat, hoffe ich, dass DB in der Lage ist, klare spielerische Anpassungen vorzunehmen. Ich erwarte da gegen Rapid bereits deutliche Fortschritte. Dass man es immer auf die Mannschaft abwälzt, ist mir zu kurz gegriffen. Wir haben ja nicht mal viele zwingende Torabschlüsse.
Gegen zu erwartend tiefe Blocks stirbt das Spiel bei uns bereits auf den Flügeln oder spätestens vor der Abwehrlinie.
Unser meist hoher Ballbesitz ist viel zu wenig dynamisch und so von jeder schwindligen Abwehrreihe leicht zu verteidigen. Es gehören Tempo- und Rhythmuswechsel erzwungen.
Weniger Sicherheits-Querpässe, bewusste One-Touch-Phasen und sofortiger Tiefgang nach einem Seitenwechsel (welche auch weit mehr forciert werden sollten). Mir fehlt da auch der Mut zu mehr vertikalen Pässen durch die Schnittstellen.
Was auch deutlich besser werden muss, ist es, dass die Flügelspieler öfter nach innen ziehen, vom AV hinterlaufen werden und nach schnellen Doppelpässen um den Strafraum der scharfe Stanglpass gesucht wird.
Ich will diese hohen Verzweiflungsflanken nicht mehr sehen, sondern flache schnelle Kombinationen.
Die Offensivspieler müssen mehr Räume aufreißen und die 8er konsequent nachrücken, auch der ballferne Flügel muss einrücken. Die offensive Strafraumbesetzung gefällt mir oft überhaupt nicht - kein Wunder, dass wir da gegen teilweise 6-8 Gegenspieler kein Land sehen.
Außerdem lassen wir viel zu einfach Konter zu. Es reicht die Restverteidigung mit 3 Spielern abzusichern und nach Ballverlust sofort Druck im Zentrum auszuüben und kompakt zu attackieren, um die zweiten Bälle zu kriegen.
Was noch auffällt ist, dass wir selten aus 18-25m abziehen. Ich würde das deutlich forcieren und die Stürmer müssen auf Abpraller spekulieren und sich für die zweiten Bälle positionieren.
Kerim gehört zentral gestellt, der ist am Flügel seiner Stärken beraubt. Am Flügel würde ich aktuell Redzic und Vertessen forcieren, da ich glaube, dass gegen tiefstehende Gegner nicht der Speed das wichtigste ist, sondern die Kreativität, Technik und eine gewisse Körperlichkeit.
Außerdem müssen wir - da gibts gar keine Alternative momentan - von Anfang an extrem aggressiv auf das erste Tor spielen. Ein frühes Tor haut das ganze Konzept der Gegner über Bord.
Wenn gar nix geht, dann zumindest lange Bälle auf 1-2 Zielspieler bringen und RB-oldschool-like draufgehen, um den zweiten Ball zu erobern. Damit könnten wir die Gegner auch etwas aus ihrer Struktur bringen. Man muss nämlich schon anmerken, dass wir uns jetzt gegen Hartberg, Altach und ein schwaches Rapid so schwer getan haben, wir reden da ja nicht von Welt-Abwehrketten, die wir attackieren wollen.
Mein Kurzfazit: Mehr Rhythmuswechsel, höhere Strafraumpräsenz, aggressives Gegenpressing und Fokus auf einstudierte Standards erhöhen.
Außerdem würde ich konkret versuchen, das Zentrum stärker zu überladen. Kerim zwischen die Linien, ein 8er (bitte keine 2 6er mehr aufstellen) schiebt auch hoch, ein Flügel rückt nach innen, Stürmer lässt sich fallen.
In meiner Theorie müssten dann die Gegner einrücken, um die Überzahl auszugleichen, was dazu führt, dass entweder die Außen frei werden oder das Zentrum offen bleibt.
Alles nur blanke Theorie, aber ich will jetzt endlich taktische Kniffe sehen, denn es ist allen klar, wie wir unsere Gegner allesamt zu erwarten haben.
Und dass es spielerisch einem Redzic, Konate, Alajbegovic, Bischoff, Vertessen und Co. nicht möglich sein soll, gegen einen Ahoussou, Horn, Nunoo oder Raux-Yao, zu zwingenden Möglichkeiten zu kommen, weil sie dafür zu schwach sein sollen, kann mir keiner erzählen.
Das ist zum Großteil schon auch ein Problem des jeweiligen Trainers.
Natürlich gehe ich da jetzt auf keine psychologische Komponente oder andere Faktoren ein, die sicher auch mitspielen, aber es müsste aus meiner Sicht reichen, konsequent und mit klaren Plänen (A, B und wenns sein muss C) ins Spiel zu gehen, um die höhere Kaderqualität auch in Zählbares umzumünzen.