90minuten: Du hast es bereits erwähnt: Du sollst in Salzburg als Führungsspieler vorangehen. Wie interpretierst du diese Rolle? Führst du Gespräche mit jüngeren Spielern, suchen sie die Gespräche?
Onisiwo: Ich musste zunächst alle kennenlernen, es sind sehr viele verschiedene Charaktere. Das ist immer spannend für mich. Es macht einfach Spaß, mit den Jungs zusammenzuarbeiten. Es steckt so viel Qualität in ihnen. Manche Spieler mögen Teamkollegen, die etwas sagen, manche mögen das eher weniger. Man kann versuchen, dem einen oder anderen das, was man in der deutschen Bundesliga selbst in den Stadien und durch die Atmosphäre erlebt hat, mitzugeben. Auch schwierige Situationen – in Mainz hatte ich fünfmal einen Abstiegskampf hinter mir. Das prägt natürlich auch und man weiß dann, wie man mit schwierigen Situationen umzugehen hat.
Es ist auch erfrischend, mit so vielen Jungen zusammenzuspielen. Wenn ich mir einen Joane Gadou hernehme: Er ist sehr aufnahmebereit und fragt immer wieder mal nach – und er ist vor ein paar Wochen erst 18 geworden. Von der 18 bin ich schon ein bisschen weiter weg (lacht). Das macht mir einfach Spaß, mit solchen Jungs zusammenzuarbeiten und zu sehen, wie sie sich entwickeln und die nächsten Schritte machen.
90minuten: Du hast in Salzburg einen Vertrag bis 2026 unterschrieben. Den “Salzburger Nachrichten” hast du in einem Interview einmal gesagt, dass du dir vorstellen kannst, deine Karriere in Österreich ausklingen zu lassen. Ist das aktuell der Plan oder hast du dich noch nicht festgelegt?
Onisiwo: Es war schon ein bewusster Schritt zurück in die Heimat für mich, auch familiär – und es war ein sehr guter Schritt, weil ich jetzt beim besten Klub in Österreich spielen darf. Im Moment bin ich sehr glücklich und froh, hier angekommen zu sein. Ich habe in dieser Saison noch große Ziele mit dem Klub. Ich kann es mir auf jeden Fall vorstellen, hier in Österreich – auch in Salzburg – meine Karriere zu beenden.
90minuten: Noch eine Frage zu deinen Adduktorenverletzungen. Würdest du sagen, war das eine Folge der Trainingsintensität? Wie geht es dir damit?
Onisiwo: Wenn du zu einem neuen Klub kommst, hast du natürlich immer eine Trainingsumstellung. Ein paar Dinge sind anders, es wird ein bisschen anders trainiert. Wenn ich mich zurückerinnere, ist das erst meine zweite Muskelverletzung, die ich mir in meiner Karriere zugezogen habe. Aber mittlerweile geht es mir schon viel besser. Ich bin gerade im Aufbautraining mit dem Athletiktrainer. Wir haben einen super Plan zusammengestellt. Ich hoffe, dass ich bald wieder ins Mannschaftstraining einsteigen kann, sodass ich die gesamten zehn Spiele in der Meisterrunde dabei sein und der Mannschaft helfen kann.