Ricken will Adeyemi BVB-Werte „jetzt noch einmal sehr deutlich machen“
Dortmunds Lars Ricken hat in einem Interview Stellung zum Verhalten von Karim Adeyemi (23) genommen und weitere Gespräche mit dem Nationalspieler angekündigt. Auch zur Vertragsfrage, wie auch bei Nico Schlotterbeck (26), äußerte sich der Sport-Geschäftsführer des BVB.
Ein Verhalten wie Adeyemis nach dessen Auswechslung im Borussen-Duell gegen Gladbach (2:0) sei für den Verein nicht tolerierbar, sagte Ricken dem „Kicker“. In der Art hatte es zuvor auch schon Sportdirektor Sebastian Kehl klargestellt, der Adeyemi am Freitag noch daran gehindert hatte, in seiner Wut den Innenraum zu verlassen und in die Kabine zu gehen. Adeyemi nahm schließlich auf der Bank der Dortmunder Platz.
Ricken zog in der Konsequenz einen Vergleich zu Serhou Guirassy (29), dessen Ärger über eine Auswechslung im Pokal-Achtelfinale gegen Leverkusen den Stürmer dazu verleitete, Trainer Niko Kovac den Handschlag zu verweigern. „Da bin ich am Tag danach in die Kabine gegangen, was ich nicht häufig mache, und habe ein paar Worte an die Mannschaft gerichtet“, erklärte Ricken nun. „Wenn ich das mal tue, geht es nicht um richtige oder falsche Laufwege, sondern um die Werte von Borussia Dortmund. Darum, wofür der BVB steht. Das werden wir auch Karim Adeyemi jetzt noch einmal sehr deutlich machen.“
Der BVB-Funktionär konstatierte auch, dass wegen der großen Erwartungen in Dortmund „manche Themen größer gemacht werden“. Zudem sei der Fall Adeyemi für Ricken auch keine ungewohnte Situation. „Niko, Sebastian Kehl und ich waren selbst auch Spieler, haben solche Situationen selbst erlebt und sie dann gemeinsam mit der Mannschaft aufgearbeitet“, erklärte Ricken. „Um es klar zu sagen: Zwischen Niko und der Mannschaft passt es. Wir alle in der sportlichen Verantwortung arbeiten eng zusammen. Dabei wird natürlich auch mal kontrovers diskutiert. Das gehört dazu, und das wollen wir auch.“
Wiederkehrender Ärger um Adeyemi – Verlängerung ist „Plan A“
Kehl hatte nach Adeyemis Ausraster nach der Auswechslung eine Geldstrafe für den Angreifer angekündigt. „Die Reaktion will ich nicht sehen, die will der Trainer nicht sehen, die will keiner sehen“, sagte der Sportdirektor bei „Sky“. Adeyemi hatte in den vergangenen Wochen immer wieder für Aufregung gesorgt. Mitte November wurde bekannt, dass der 23 Jahre alte Nationalspieler bereits Ende Oktober einen Strafbefehl wegen illegalen Waffenbesitzes mit einer festgesetzten Geldstrafe von 60 Tagessätzen erhalten hatte. BVB-Geschäftsführer Ricken und DFB-Sportdirektor Rudi Völler waren außerdem übereingekommen, dass sich der BVB-Profi für ein soziales Projekt in der Dortmunder Nordstadt engagieren soll. Weitere Sanktionen waren damals von Vereinsseite nicht geplant.
Über den Stand beim Vertragsthema bei Adeyemi und Schlotterbeck sagte Ricken: „Wir sind mit den Spielern und den Beratern im Austausch. Wir werden aber weiter keine Wasserstandsmeldungen abgeben, zumal beide noch bis 2027 unter Vertrag stehen. Beide wissen um unsere Wertschätzung, ich weiß, das beruht auch auf Gegenseitigkeit. Aber sie sind natürlich in einem Alter, in dem sie ihre nächsten Entscheidungen mit Bedacht treffen. Wir wollen gerne so schnell wie möglich Klarheit schaffen, diesen Themen muss man aber die notwendige Zeit geben.“
Eine Deadline habe der BVB den Spielern nicht gesetzt, „aber natürlich haben wir einen zeitlichen Ablauf im Kopf und da eine gewisse Erwartungshaltung formuliert“, betonte Ricken. „Das verstehen auch alle miteinander.“ Einen möglichen vorzeitigen Verkauf der Spieler nannte Ricken „Plan B und C, wir fokussieren uns ganz klar auf Plan A, die Verlängerungen. Es ist allen bekannt, dass wir gerne mit beiden weiter zusammenarbeiten würden.“