Kind sucht schon Boss-Nachfolger für 96
Jetzt spricht der Big Boss!
Martin Kind (81) verhandelt mit RB Salzburg über den vorzeitigen Abschied von Sport-Geschäftsführer Marcus Mann (41). Der Hauptgesellschafter und Aufsichtsrats-Boss von Hannover 96 am Dienstag zu BILD: „RB Salzburg hat sich offiziell und konkret gemeldet. Sie möchten Marcus Mann haben.“
Erst vor eineinhalb Wochen hatte sich Kind mit einem Wolfsburger Interesse an Mann beschäftigen müssen. Mann sagte dem Bundesligisten vor acht Tagen ab – jetzt möchte er nach Salzburg.
„Natürlich ist es eine andere Situation“, bestätigt Kind und gibt zu, dass Mann ihm „in der Tendenz“ mitgeteilt habe, dass er trotz Vertrag bis 2029 (ohne Ausstiegsklausel) wechseln möchte.
Der 96-Investor: „Marcus Mann hat ein Interesse, wir wollen seine Karriere und Entwicklung nicht behindern. Aber wenn das zwei Jahre später beginnt, wäre das natürlich auch okay für uns. Wir werden alles immer wohlwollend behandeln, aber wir lassen uns zeitlich nicht unter Druck setzen. Ohne Alternative gibt es keine Lösung.“
Im Klartext: Kind gibt Mann frei – wenn die Ablöse stimmt und Hannover 96 einen neuen Mann gefunden hat.
Kind sucht einen neuen Sportboss
„Wir haben uns bisher nicht mit Kandidaten beschäftigt, müssen jetzt den Markt sondieren“, sagt Kind. Ganz unvorbereitet dürfte der Aufsichtsrats-Boss allerdings nicht sein.
„Ich war gedanklich darauf vorbereitet, dass es irgendwann ein Thema wird“, verrät Kind, der Mann 2021 als No-Name-Manager nach Hannover geholt hatte: „Marcus Mann macht einen guten Job. Das wird im Markt zur Kenntnis genommen, es gibt Interesse und das überrascht mich nicht.“
Der Ablöse-Poker mit Salzburg und die Suche nach einem Mann-Nachfolger haben begonnen. Der Aufsichtsrat der Management GmbH, der den Profi-Geschäftsführer ernennt und abberuft, ist informiert.
Mann steht nach viereinhalb Jahren vor dem 96-Abschied – nach einer Blitz-Einigung noch diese Woche sieht es aktuell allerdings nicht aus.
Kind: „Diese Woche werden wir es nicht hinbekommen. Der Aufsichtsrat der Komplementär-GmbH muss zustimmen, das nimmt alles Zeit in Anspruch. Wir werden keinen Schnellschuss machen, es wird keine schnelle Entscheidung geben. Und solange wir keine Alternative haben, wird es nichts werden.“
Weiteres Problem: Neben Mann muss Hannover 96 auch Chefscout und Kaderplaner Max Lüftl (31) ersetzen, der vor einem Wechsel nach Schalke steht. Der Mann-Nachfolger soll federführend auch in die Besetzung der Lüftl-Position eingebunden sein.
„Wir brauchen eine vernetzte Entscheidung“, sagt Kind. Hauseigene Lösung wäre eine Beförderung von Sportdirektor Ralf Becker (54).
Auch bei der Ablöse sieht der Hauptgeldgeber des Zweitligisten noch einigen Gesprächsbedarf: „Die Salzburger brauchen jemanden und schaffen bei uns damit ein Problem. Marcus Mann hat noch dreieinhalb Jahre Vertrag, das hat bei der Preisbildung auch eine hohe Wertigkeit.“
So viel Ablöse erwartet Hannover 96
Die Hannoversche Allgemeine Zeitung spekulierte mit 6 Mio. Euro, auf die sich Mann und Kind angeblich verständigt haben, damit der Sport-Boss gehen darf. „Das wäre zwar sehr schön, aber das ist nicht realistisch“, betont Kind. Am Ende dürfte es auf eine Ablöse zwischen 2 und 3 Mio. Euro hinauslaufen.
Minimal ist Kinds Hoffnung, Mann doch noch halten zu können: „Ob wir wirtschaftlich zusammenkommen, kann ich Ihnen Stand heute nicht sagen. Aber man sollte Hannover 96 nicht unterschätzen.“